06.11.2008 | 18:44 | GASTKOMMENTAR VON GÜNTER BISCHOF (Die Presse)
Ein schwarzer Präsident wird das neue amerikanische Symbol dafür sein, dass man in einer sozial heterogenen Welt zusammenleben muss.
Nach einer Rekordbeteilung von 130 Millionen Wählern hört man das große Aufatmen im Land. In den Kabelfernsehsendern CNN, FOX und CNBC gab es seit Monaten nur noch 24-Stunden-
Wahlkampfberichterstattung – der Rest der Welt existierte kaum mehr. Das amerikanische Wahlvolk wurde seit Wochen rund um die Uhr mit Fernseh- und Radiowerbung bombardiert. Auf dem Internet bekämpften sich die Blogger wie mittelalterliche Kreuzritter. Und am Telefon konnte man der hässlichen Negativwerbung der automatischen „robo calls“ nicht entkommen. Selbst wenn man in die Kirche ging, wurde man daran erinnert, man solle dem Kandidaten, der „Leben schützt“, die Stimme geben. Kurzum, nach dieser emotional so anstrengenden Wahl hängt das interessierte Wahlvolk wie abgekämpfte Boxer in den Seilen.
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